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Neues Album “L_BENSLAUF” von Fabian Römer erschienen

Den roten Faden, der sich subtil durchs Album zieht, hat der Musiker
erst spät bemerkt. Damit ist er sich selbst irgendwie auf die Schliche
gekommen, sagt er jetzt. Drei Skits, die er an den Anfang, in die Mitte
und an das Ende gesetzt hat, beschreiben den Kern vielleicht am
markantesten: Ankommen, das Wo und das Wie. Lyrisch erzählt er, ohne
pathetisch zu werden, von surrealen und doch lebensnahen Bildwelten.

Durch „L_BENSLAUF“ hinweg reflektiert Fabian Römer metaphorisch, was ihn
zu dem Menschen und dem Mann macht, der er heute ist und auch, wie er
mal war. Er rappt von der dauerhaft quatschenden Menschheit und singt
von dem Zustand zwischen „nie wieder und für immer“. Konsequent einfache
Poprefrains, nie banal aber eingängig, die durch fordernde und
technisch anspruchsvolle Rapstrophen gebrochen werden.

Jeder sei ein fleischgewordener Remix aus Eindrücken und Erlebnissen,
sagt er und packt vieles davon in seine Texte. Was nicht für jeden so
selbstverständlich sein mag, ist sein Elixier. So fühlen sich die Songs
nach Substanz und Tiefe an, fast intim.

Wer nun Angst hat, dass hier bloß die leidend wimmernden Stellen eines
Tagebuchs herausgegriffen wurden, kann aufatmen. Die Songs klingen mehr
nach Aufbruch. Und: „die Magie liegt in der Melancholie“, wie er auf
„Anders schön“ rappt.

In Braunschweig, seiner Heimat, wurde Fabian Römer noch vor Einsetzen
des Stimmbruchs als F.R. bekannt. Dabei mag der Musiker das Drumherum
gar nicht so – er stellt lieber die Fragen, hört zu, beobachtet. Auf
„L_BENSLAUF“ spiegelt er sich selbst in der Welt und dabei immer auch
die Gesellschaft.

Ihm gelingt es, die Feinheiten im Leben zu benennen, die Querelen, die
man sich nicht ganz freiwillig aufbürdet. Kritisch benennt er den
menschenfeindlichen Arbeitsethos und erzählt von der Macht der Sprache,
der Unfähigkeit, Emotionen richtig auszudrücken. Frage: Ist das, was
alle machen, „was sich so gehört“, wirklich das einzig Wahre?

Druck, falscher Ehrgeiz, Unsicherheiten. Kommunikationssucht und die ach
so dramatisch klingende Lücke auf dem Lebenslauf, die Fabian Römer, wie
er textet, heute am besten gefällt. Negativ Besetztes kehrt er ins
Gute. Bei ihm wird der Fall zum Flug.

Ganz zu werden mit sich und dem, was man macht, was einen umgibt, hat
bei ihm eine Weile gedauert, sagt er. In jedem Menschen spuken nunmal
genug von den Dämonen, die davon abhalten bei sich anzukommen.

Die Höhen und Tiefen im Leben sind nicht etwa ein ausgedachtes
Konstrukt, sondern real – für alle. Stichwort: Identifikation. Hier die
Sehnsucht nach Leerlauf und Langeweile, dort die laut wummernde
Selbstgeißelung. Das Suchen nach Entschleunigung und das Finden vom
elendigen Perfektionismus direkt nebeneinander.

Er sagt: „Wenn alle nach Zufriedenheit streben, ist Erfolg vielleicht
das Wissen darum, wie man dorthin kommt.“ Gar nicht mal so leicht dieses
Leben. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass es das ist. Darin
zurechtzukommen, ohne „herzloses Umhergehetze“, darum geht es Fabian
Römer – immer wieder und immer noch.

 Credits Photo: Ramon Haindl

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