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BLINKER veröffentlicht mit “Luft” erstes Musikvideo aus seiner Debüt-EP “Blicke” VÖ: März 2019 (Jive Germany / Sony Music)

BLINKER macht sich Luft mit „Luft“. Es ist die Erzählung über
Scheinheiligkeit. Äußerlich perfekt, während es im Inneren bis zum
Erbrechen brodelt. Raus da! „Luft, ich brauch Luft, ich erstick in dem
Haus / kann nicht mehr atmen, krieg die Fenster nicht auf“, singt er im
Refrain mit Nachdruck zu signifikanter Indie-Gitarre und treibendem
Schlagzeug. Man spürt die Dringlichkeit so sehr, aus der Familie
ausbrechen zu wollen, die Flucht anzutreten, Mauern zu sprengen. Das hat
BLINKER längst getan. Der Song war mit all den scharf gezeichneten
Bildern schon Langezeit auf Abruf, meint er, ist in nur einem Tag
gemeinsam mit dem Produzenten Benjamin Bistram entstanden. „Wenn man
nicht drüber spricht, dann gibt es das nicht, doch der Plan geht nicht
auf“ – BLINKER entlarvt und warnt aus einer Mischung mit organisch
echtem Instrumental und programmierten Sounds. Hört genau zu und macht
euch endlich Luft!

BIO

Man sollte sich trauen, den Mund aufzumachen. Sollte Fragen stellen,
kritisch sein und wach. Das tut er in all seiner erzählerischen
Verdichtung definitiv – man darf vorstellen: BLINKER. Er tut, was seinen
eigenen Puls zum Wallen bringt, statt sich irgendwem stillschweigend
anzubiedern.

Der Musiker hat riskiert und hängt da jetzt ziemlich tief drin, wie er
selbst sagt. Gut so, denn das bedeutet auch ein Batzen an überzeugender
Echtheit. BLINKER, der meint es ernst. Genau das lässt sich auf seiner
kommenden EP BLICKE nachhören. Seine Mitmenschen und sich selbst
beobachtend, will er uns darauf mit seinem organischen Indie-Pop-Sound
sagen: „Überlegt, was euch wirklich glücklich macht!“ Und spricht da
auch von sich.

BLINKER nämlich hat sich rausgeschält aus dem, was ihn hätte zum
Juristen machen sollen. Das Studium gegen die Musik eingetauscht, weil
er nicht anderen, sondern sich selbst gefallen wollte.

Konservativ? Gutbürgerlich? Heuchelei des Glücks, obwohl man doch alles
nur weglächelt? Nein danke! „Fang an zu kehren, es ist noch Platz unter
dem Teppich. Wenn man’s nicht sehen kann, dann ist es auch nicht
dreckig“, singt BLINKER in LUFT metaphorisch und fast etwas sarkastisch
über diesen Fake-Zustand, aus dem er geradewegs zu kommen scheint.

Der 25-Jährige aus Mannheim ist kein Schäfchen, nicht mainstream, hat
keinen Bock auf Statussymbole. Denn: „Was bringt die Rolex, wenn man
keine guten Zeiten hat?“, fragt er im Song „Broke“. Seine gute Zeit, das
glaubt man sofort, die beginnt jetzt. Dabei wusste er eigentlich immer
schon, dass er genau das machen will.

Nur war da zu viel Gegenwind. In seiner Familie wird man irgendwas
„Anständiges“, kein Künstler. BLINKER spielte lieber Schlagzeug und
E-Gitarre. Er schrieb Songs, hatte Bands und ist nun seit diesem Jahr
solo bei Jive Germany unter Vertrag. Da klatscht die Familie dann auch
schon mal, sagt der Musiker, doch Erfolge mit Urkunde sind für ihn nicht
die wahrhaftigen.

BLINKER, der Mensch gewordene Köder. Er leuchtet hell, lockt mit
rebellierenden Songs Feind und Freund an. Und jeder kann sich davon was
rauspicken, denn seine Texte reinigen jede Seele, die offen dafür ist.
Er spricht aus, was uns alle umgibt und sich doch niemand traut zu
sagen.

Mental Health, Selbstfindung, das elendig starre System – von alldem
erzählt er mit seiner sehr markanten Stimmfarbe, die so gar nicht
typisch Pop ist, sich aber mit den eingängigen Melodien bricht. Fast
schon minimalistisch produziert, mit puren Instrumentals und nur wenig
elektronischem Unterbau, sind da Indie-Gitarren und ein treibendes
Schlagzeug zu seinen punkigen Texte.

Es sind keine großen Politsongs und doch sind sie irgendwie politisch.
Das fängt im Kleinsten an. In Details sieht man ja oft die großen Dinge.
„Wenn das Färben der Fingernägel als Mann schon ein Akt der Rebellion
ist, dann haben wir noch einen langen Weg zu gehen“, sagt BLINKER
ernüchtert. Wie die Mischung in seiner Musik, die Komplexes ins
Simpelste runterbricht. Derbe und doch poetisch. Nicht 100 Prozent
autobiografisch, aber ihm doch schon sehr nah, wie er sagt.

Er ist zugänglich, ohne plump zu wirken. Ganz ohne Codes – weil ihn
Exklusivität abturnt – singt er über zwischenmenschliche Beziehungen,
die so oft toxisch sind. Und tröstet mit Traurigem, was absurd klingt,
doch er sagt: „Im Traurigen steckt das Lustige. Und umgekehrt.“

Der ewige Gegenwind ist auch Wind“, sagt er. Manchmal scheint es, als
könne er sich seinen Mut selbst noch nicht ganz glauben. Aber er ist da,
zu hören auf der EP BLICKE.

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