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ANNA DEPENBUSCH “Eisvogelfrau” Video + “Echzeit” Album VÖ: 28.02.19

Liedermacherin: Es ist dieser nur scheinbar altmodische Begriff, den
Anna Depenbusch tief in ihr Herz geschlossen hat. Liebt die Künstlerin
es doch, Geschichten zu erzählen. Kuriositäten und Beiläufigkeiten,
Phantastisches und Verträumtes, schlicht und zeitlos – eben die Poesie
des Alltags. Texte, die mit ihrer Musik verwoben sind: „Das lässt sich
nicht trennen. Melodien beeinflussen die Bedeutung der Sätze – der
Akkord macht das Wort. Und umgekehrt.“ So hat die singende Dichterin
schon früh ihren unverwechselbaren Stil kreiert: ebenso zärtliche wie
wortgewaltige Texte, in denen sie nicht nur ihre Seele offen legt,
sondern die auch Offenbarung für andere Seelen sind. Musikalisch
zwischen Edith Piaf, Björk und Hildegard Knef– immer im Zwiegespräch mit
den eigenen Worten. Von tieftraurig bis urkomisch. Mit ebendieser
Mischung hat Anna Depenbusch mittlerweile schon ganz eigene Geschichte
geschrieben: Fünf Studioalben, zwei Soloalben in „schwarzweiß“ am
Klavier. Deutschlandweite Tourneen von der Hamburger Elbphilharmonie bis
zum Münchner Prinzregententheater. Auszeichnungen wie den
Fred-Jay-Preis und den Deutschen Chanson-Preis, zwei Nominierungen für
den Deutschen Musikautorenpreis. Ein Ende ist für Anna noch lange nicht
in Sicht: „Es schwirren unendlich viele Lieder umher, die noch gar nicht
entstanden sind – und wenn sich dann ein Lied für mich entschieden hat,
findet es seinen Weg durch meine Gefühle und Harmonien.“

Anna und ihr Geschichtenerzähler-Flügel

Geschichten erzählt sie aktuell mit Vorliebe wieder solo am Klavier –
oder vielmehr an ihrem Salonflügel. ‚Frau Rachals‘ – so nennt die
Musikerin das Instrument in ihrem Studio aus der gleichnamigen Hamburger
Pianofortefabrik. 1920 gebaut, hatte sie den verwahrlosten Flügel bei
einem Möbelhändler entdeckt und sich in das, von seiner Mechanik her
eigentlich defekte Klavier verliebt – „Das ist ein
Geschichtenerzähler-Flügel!“. Anna ließ das Instrument gegen alle
ökonomischen Ratschläge restaurieren und der alten Dame neue Saiten
aufziehen, um sich nun täglich mit ihr zu unterhalten: „Wenn man sich
vorstellt, was dieser Flügel damals in den 20er- und 30er-Jahren alles
in Hamburg erlebt hat… Ich dachte mir: Frau Rachals braucht mehr Zeit.
Sie hat noch nicht all ihre Geschichten erzählt.“ Frau Rachals hat ihrer
Freundin nun zweifellos einiges anvertraut – glamouröse Erlebnisse aus
den goldenen Zwanziger Jahren auf der Reeperbahn. Persönliche Einblicke
in die Hinterzimmer der Gesellschaft. Inspiriert von den Abenteuern der
alten Dame, schlägt die Tastenlyrikerin auf ihrem neuen Album nun die
Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft: hier die Gedanken an
die bewegenden Umbruchzeiten des vergangenen Jahrhunderts, wo das Lied
„Eisvogelfrau“ an eine mutige, historische Frau erinnert,  dort der
Blick nach vorn – „Wie möchte ich eigentlich künftig meine Lebenszeit
erfüllt verbringen?“.

Leben in Echtzeit

„Mich berühren besonders die flüchtigen Zwischenmenschlichkeiten. Das
große Gefühl im kleinen Moment, der Zauber des Alltäglichen.“ – wie im
erzählerischen Lied „500 Meter Märchen“. Mit Sehnsucht forscht sie nach
der eigenen Wahrheit in der persönlichen Begegnung und sucht das direkte
Gespräch. Weniger digitale Ungeduld und Sofortness – mehr Echtzeit im
reduzierten Augenblick. Im leichtfüßigen Lied „Tim 2.0“ schaut Anna
Depenbusch nach zehn Jahren noch mal bei ihrem Protagonisten aus ihrem
Liebesreigen „Tim liebt Tina“ nach. Wie ist es Tim ergangen die letzten
Jahre, in Zeiten des Optimierungswahns? In Augenblicken, in welchen
unsere digitalen Geräte uns in Echtzeit mit neuen Daten und
Informationen versorgen, wir immer mehr in kürzester Zeit verarbeiten
müssen. Auch die Liedermacherin selbst möchte entschleunigen, Abstand
nehmen vom Druck, den die Digitalisierung auf sie aufbaut. Sie schafft
sich eigene Kommunikationsräume, die zu ihrem Rhythmus passen. In ihrem
monatlichen E-Mail Newsletter und einer eigenen Kolumne „Die Welt der
Anna Depenbusch“ wirft sie einen zärtlichen und zugleich humorvollen
Blick auf die Menschheit mit all ihren Eigenheiten. Zurück bleibt für
Anna aber immer die Frage: Wie echtzeitfähig sind wir selbst eigentlich?
So entsteht die Idee zum neuen Album: „Ich sehne mich musikalisch nach
echten, unmittelbaren Momenten. So wie ich es solo am Klavier in meinen
Konzerten mit dem Publikum erlebe. Wie bekomme ich dieses Gefühl auf ein
Studioalbum?“

Die analoge Anna-logie

Anna entscheidet sich für eine einzigartige Aufnahmetechnik: Den
analogen Vinyl-Direktmitschnitt. Zeit und Ort: Januar in den Emil
Berliner Studios, die spezialisiert und weltweit renommiert für analoge
Viny-Direktaufnahmen sind. Eine Echtzeit-Aufnahme also, in welcher das
Album am Stück, ohne Schnitt und ohne Pause, live und komplett analog
eingespielt wird. Ein Produktionsprozess, der einer einmaligen
Choreografie zwischen Gebäude, Künstlerin, Tonmeister und
Vinyl-Schneideraum gleicht. Ein Prozess ohne beschönigendes Bearbeiten,
ohne Wenn und Aber, ein musikalischer Moment in Echtzeit. Charmante
Unregelmäßigkeiten gehören zum echtzeitigen Konzept, sobald die
Diamantnadel in das Vinyl taucht und die rote Aufnahmelampe aufleuchtet,
gibt es kein Zurück mehr. „Das Leben ist nicht Perfekt! Ich möchte
zeigen, wie wunderschön genau das ist. Natürlich schüchtert mich der
Aufnahmeprozess ein. Eine Mischung aus Angst, Euphorie und Adrenalin
schießt mir durch den Körper, wenn ich daran denke. Aber genau das ist
die Herausforderung.“ Und weil diese kleinen, unperfekten Momente das
sind, was die Musikerin am meisten liebt, möchte sie diese mit einem
Publikum vor Ort teilen. „Ein ausgewähltes Publikum wird am Aufnahmetag
Teil der Aufnahme sein, als emotionale Unterstützung, wie bei meinen
Konzerten.“ Und wie klingt „Echtzeit“, der eröffnende Titelsong des
Albums? „Das wissen wir noch nicht! Diese erste Songposition des Albums
bleibt bis dahin offen, um dem realen Augenblick einen freien Platz zu
lassen.“ Und so klingt es auch wie eine Verheißung, wenn die
eigensinnige Poetin beim Blick nach vorn feststellt: „Ich habe das
Gefühl, erst jetzt im meiner Zeit angekommen zu sein, um Gedanken noch
spannender in Lieder gießen zu können – schließlich sehe ich mich als
moderne Muse, die andere Menschen inspirieren möchte, Dinge auch mal neu
zu denken und neu zu fühlen. Ich werde mein Leben lang Geschichten
erzählen.“ Anna Depenbusch findet für ihre leidenschaftlichen Lieder die
zeitgeistige Form. Wir begleiten sie dabei und so schließt sich zum
Ende der Kreis in Echtzeit.

Hamburg, November 2019

Das Album „Echtzeit“ von Anna Depenbusch erscheint am 28.02.2020 bei Liedland.

Ab 12.03.2020 geht die Liedermacherin mit Klavier auf große Deutschlandtournee.

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