Kris Kristofferson – Live @ Hotel Casino& Spa Borgata, Atlantic City, NJ

Kris Kristofferson – Live @ Hotel Casino& Spa Borgata, Atlantic City, NJ
Am Freitag den 12. November 2010 hatte ich die Gelegenheit einen der letzten Dinosaurier des Country-Songwriting live zu erleben – Kris Kristofferson.
Als ich die Konzertkarte von Deutschland aus über das Internet bestellte, war ich bereits positiv überrascht. 30 Dollar empfinde ich, im Vergleich zu anderen verdienten Altstars, die meist das Doppelte an Eintritt verlangen, als sehr fairen Preis. Weiterhin bemerkenswert war, dass Kris nicht von einer der großen Werbetafeln winkte, die bei der Anfahrt auf Atlantic City die Besucher begrüßen. Diese Art von Promotion war Toby Keith vorbehalten, der am selben Tag in Atlantic City ein Konzert gab. Für mich konnte das nur bedeuten, dass ein gehaltvoller Abend in intimer Runde, ohne viel Pomp & Pride bevorstand. Und ganz genau so war es.
Nach einer etwas längeren Anfahrt aus Philadelphia erreichte ich am späten Nachmittag Atlantic City. Das man sich ungefähr so wie ein am Wasser gelegenes ‚Mini Las Vegas‘ vorstellen kann. Unterhaltung, Glücksspiel und grenzenloses Einkaufen stehen hier ganz oben auf dem Tagesprogramm.
Nach einem Besuch im Ruth Chris Steakhouse machte ich mich auf den Weg zum Borgata, das etwas entfernt vom Broadwalk liegt. Es gab Bier im Plasikbecher und ich konnte als einer der ersten Besucher beobachten wie sich der Club ‚The Music Box‘stetig mit langjährigen Kristofferson Fans füllte. Die Betonung liegt hier auf ‚langjährig‘. Gefühlter Altersdurchschnitt: 60 bis 65 Jahre. Vor, neben und hinter mir saßen sympathische Oldtimer, und vertrieben sich die noch verbliebende Zeit bis zum Begin des Konzerts mit Geschichten. Hinter mir saß ein Herr, der Kris Anfang der 70ziger Jahre in New York bei einem Benefits concert gesehen und gesprochen hat. Er kommentierte, dass es ‚kaum einen Songwriter gibt, der mit so wenigen Worten soviel aussagt‘. Da hat er wohl recht.
Pünktlich um 21:00 betrat dann Kris ganz in schwarz geleidet, nur begleitet von seiner Gibson Akustik Gitarre, die sehr große Bühne. Und er verließ sie erst nach etlichen Zugaben und unter standing ovations fast zwei Stunden später. Das reduzierte Songwrtier-Konzept der beiden letzten Platten ‚This Old Road‘ und ‚Closer to The Bone‘ wurde konsequent live umgesetzt. Nur mit Stimme und 6 Saiten feuerte der Meister alte und neue Hits, die der Country Liebhaber zu schätzen weiß, ins frenetisch applaudierende Publikum. ‚Me and Bobby Mc Gee’, ‘Sunday Morning Coming’, ‘Just The Other Side Of Nowhere’ und ‘The Silver Tongued Devil and I’ um nur einige davon zu nennen. Meist begleitet von kleinen Anekdoten zu den Songs.
Von Lied zu Lied zog Kris das Publikum mehr in seinen Bann. Bei dem von mir sehnsüchtig erwarteten ‚Beat The Devil‘ herrschte dann im Saal eine Gefühl, als ob man in diesem Augenblick mit Kris gemeinsam die Bar betritt: ‚I left my pride and stepped inside a bar‚..ain’t sayin’ I beat the devil, but I drank his beer for nothing.‘
Als besonders bemerkenswert habe ich den Song ‚Jody And The Kid‘ empfunden. Ein Lied, dass ich zwar schon oft gehört, aber dem ich viel zu wenig Beachtung geschenkt hatte. Kris erzählte zu dem Song, dass Roy Drusky, der es 1968 mit ‚Jody and The Kid‘ auf Platz 24 der US Country Charts schaffte, ihm später gestand, geweint zu haben als er die Song das erste mal hörte. Als Kris dann ‚Jody and the Kid‘ spielte war die Empathie im Raum formlich zu spüren. Ich denke es bedarf einer gewissen Reife diese Worte wirklich zu verstehen. Respekt! ‘…Now the worlds a little older, And the years have changed the river…
Nach dem Konzert gingen viele Zuschauer nach vorne zur Bühne um Kris die Hand zu geben. Ein Fan-Ritual das mir zwar bekannt ist, ich aber noch nie wirklich praktiziert hatte. Aus irgend einem mir immer noch unerklärlichen Grund bewegte ich mich in diesen Strom schüttelte Kris Kristofferson ebenfalls die Hand. Was mir nach diesem extrem persönlichen Konzert nachhaltig in Erinnerung blieben wird.
Ich hoffe die Kris Kristofferson Fans, die diesen Artikel lesen, und ihn noch nicht live gesehen haben, bekommen irgendwann einmal die Chance dazu. Geht hin. Es lohnt sich!
Hier noch eine 30 Sekunden Impression, gefilmt mit meiner Kamera Baujahr 2000: https://www.youtube.com/watch?v=BcCrTnI6FPk

Katsy Redstar

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