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25. Country Night Gstaad

25. Country Night Gstaad

Bereits zum 25. Mal fand heuer die Country Night in Gstaad
statt. Das Programm konnte sich durchaus sehen lassen. Zahlreiche
namhafte Künstler gaben sich die Ehre und verwöhnten die
angereisten Fans aus aller Herren Länder mit abwechslungsreichen
musikalischen Darbietungen.

Den Abend eröffnete die Formation Flynnville
Train
. Die Gruppe besteht aus den Brüdern Brian und Brent Flynn
an Gesang und Gitarre, verstärkt durch Joseph Shreve am Bass und
Tommy Bales am Schlagzeug. Die Band, die auch schon im Vorprogramm
von Toby Keith aufgetreten ist, bot rockige Country Music vom
Feinsten. Die meist selbst geschriebenen Songs handeln vom Leben in
den Südstaaten. Die Gruppe besticht durch einen sehr treibenden
Rhythmus. Flynnville Train sollte dann auch nach Ende des offiziellen
Konzertteils im Vorzelt den Abend ausklingen lassen.
Als nächster Programmpunkt war bereits
Wunderkind LeAnn Rimes vorgesehen. Die Künstlerin war 2004
schon einmal Gast bei der Country Night. Im Gegensatz zu ihrem ersten
Gastspiel waren die Arrangements diesmal erdiger. Die Sängerin
selbst will sich ja nicht auf ein einziges Genre festlegen lassen.
Entsprechend vielseitig stellte sich ihr Programm dar. Da waren ihre
Pop-Hits „I Need You“, „Last Thing On My Mind“ oder „How Do
I Live“ ebenso vertreten, wie ihre Country Hits. Stimmlich
überzeugend war sie in allen musikalischen Richtungen. Einmal klang
sie soulig, durchaus einer Whitney Houston ebenbürtig, dann wieder
traditionell Country. Ihr erster Hit „Blue“ klingt nicht mehr wie
ein Patsy Cline Klon, sondern die Sängerin hat dem Lied inzwischen
ihren persönlichen Stempel aufgedrückt. Rimes stellte auch einige
Lieder ihres neuen Albums „Spitfire“ vor. Die Lieder dieses
Albums hat sie zu einem Großteil selbst geschrieben. Die daraus
vorgetragenen Kostproben lassen auf ein erstklassiges Album
schließen. Neben dem Titelsong besonders überzeugend war der
Rocker „Gasoline And Matches“, nicht nur vom Titel, sondern auch
von der Interpretation her eine explosive Mischung. Besonders schön
waren auch die Balladen, wo ihre wunderbare Stimme so richtig zum
Tragen kommt. Der diesbezügliche Höhepunkt war zweifelsohne der als
Zugabe dargebotene Titel „Hallelujah“ von Leonard Cohen,
vorgetragen nur mit einer akustischen Gitarrenbegleitung.
Nach der großen Pause kommt der Auftritt der
Time Jumpers, einer hochkarätig besetzten Formation aus
Nashville. Entstanden ist die Gruppe zufällig, als sich ein paar
Studio Musiker in einem Lokal in Nashville zusammen getan hatten und
aus Freude an der Musik zu spielen begannen. Dabei beleben sie
musikalische Formen, die tief in der Geschichte der Country Music
verwurzelt sind. Western Swing, Texas Shuffles und Honky Tonk Music
dominieren ihr Programm. Neben zahlreichen Klassikern wird auch
eigenes Liedmaterial dargeboten, das aber durchaus an die Tradition
anknüpft. Die Gruppe wird von Kenny Sears geleitet. Neben ihm
sind seine Frau Dawn Sears, Superstar Vince Gill und
Top-Session Musiker Paul Franklin (Steel Gitarre), Larry
Franklin
und Joe Spivey (Fiddles), Dennis Crouch
(Bass), Andy Reiss (E-Gitarre), Jeff Taylor (Akkordeon,
Piano) und Billy Thomas (Schlagzeug) mit von der Partie. Die
Freude am Musizieren ist offensichtlich. Jeder Musiker sieht sich als
Teil des Gesamten und niemand stellt sich in den Mittelpunkt, selbst
wenn Vince Gill als das bekannteste Ensemblemitglied den größten
Applaus erhält. Die Sänger wechseln ab, jeder Musiker spielt Soli.
Derart traditionelle Country Musik mit viel Steel Gitarre und drei
Fiddles (!) bekommt man sogar in Nashville nur mehr selten zu hören.
Den offiziellen Konzerteil beschließt Gretchen
Wilson
. Auf der Bühne ein echtes Energiebündel. Ihre Show ist
auch wieder sehr energiegeladen und teilweise rockig. Wilson, die
ihre Karriere als Teil der sogenannten Muzik Mafia rund um John Rich
und Big Kenny (Big & Rich) begann hat in der Zwischenzeit ihr
eigenes Plattenlabel Redneck Records gegründet. Alleine in diesem
Jahr erscheinen bei dieser Firma 3 Alben. Den bereits aufgelegten
Alben „Right On Time“ und „Under The Covers“ (mit Cover
Versionen von Rock Songs) soll im Herbst noch ein Weihnachtsalbum
folgen. Wilson, pflegt seit dem Erfolg ihres Megahits „Redneck
Woman“ ein Image als „hard drinking“ und „hard partying“
„tough girl“, das sie durchaus mit einem Zug aus einer Whiskey
Flasche unterstreicht, ehe sie einen „drinking song“ anstimmt.
Dieses Bild sollte aber nicht davon ablenken, was für eine
hervorragende Sängerin sie ist. Besonders kommt diese bei Balladen
zu tragen. Ein Höhepunkt des Abends war ihre Version von John Prines
„Angel From Montgomery“. Bei den letzten Titeln forderte sie das
Publikum auf vor die Bühne zu kommen. Das verstärkte die Party
Stimmung und die Besucher sangen dann auch lautstark mit, als ihr
großer Hit „Redneck Woman“ erklang.
Einmal mehr ist es dem Team der Country Night
Gstaad gelungen ein erstklassiges Programm auf die Beine zu stellen.
An dieser Stelle sei dem Team der Country Night die Gratulation zum
25 jährigen Jubiläum ausgesprochen. In diesem Sinne auf die
nächsten 25 Jahre!
 Siegfried Schneeweiss für Country Music News International

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